Gambia
Die Überfahrt von Dakar nach Gambia verlief den Wind betreffend sehr angenehm relaxed. Nur leider scheint es üblich zu sein um nachts, weit entfernt von der Küste, mit hunderten von Metern langen Netzen zu fischen. Genau wie bei der Fahrt vom Saloum nach Dakar, wieder mit dem Einbruch der Dunkelheit überall bunte Lichter und Laser- Shows, die die Netze markieren. Die Nacht war dann auch dem entsprechend anstrengend mit Axel und der Taschenlampe auf dem Vordeck und ich am Steuer. Wir probierten wendend und halsend den Netzen auszuweichen. Dann lag ein Netz quer vor unserem Bug und wir segelten voll rein. Wir kamen sogar mit dem Kiel drüber aber leider verhakte sich das Netz doch noch am Ruder und wir konnten uns nicht befreien. Im Netz waren viel Müll und tote Fische. Ein widerlicher Anblick. Irgendwann haben wir das Netz dann durchgeschnitten und konnten unsere Fahrt fortsetzen.
Sehr müde gingen wir vor der Mündung des Gambia vor Anker, um ein paar Stunden zu schlafen und auf Tageslicht zu warten.
An der Südseite der Flussmündung liegt der Hafen von Banjul der Hauptstadt von Gambia, wo wir ein klaren müssen. Den Strom bezieht der Hafen von einem riesigen Generator- Schiff welches hier mit langen Kabeln zum Land vor Anker liegt und viel Lärm und Gestank verursacht. Leider habe ich keine Fotos mehr von dem Schiff, weil mein Telefon kaputt gegangen ist.
Wir navigieren zwischen den unzähligen Wracks durch bis zu einem Steg an dem Fischerbote liegen. Hier sehen wir die Wk10, ein kleines Fischerboot aus dem holländischen Workum.
Mit unserem Banana Boot rudern wir an Land und werden freundlich empfangen. Eine nette Dame von der Hafensecurity besorgt uns mit langen Diskussionen orangefarbene Westen, die man braucht, wenn man das Containerhafengebiet betreten will, und bringt uns zum Immigration Dienst. Ein Büro mit einem dicken Vorhang anstatt Tür allerdings mit Klimaanlage und natürlich Fernseher, wo Fußballspiele übertragen werden. Fußball scheint für alle sehr wichtig zu sein. Wir regeln unsere Formalitäten und finden sogar ohne Hilfe die Douane. Leider werden wir da wieder weggeschickt, weil ein Agent erst ein Formular für uns ausfüllen muss. Auch dieses kleine Büro, ohne Aktenschränke aber mit Stapeln Papier vom Boden bis zur Decke, konnten wir zwischen den Containern finden und unser Formular wird ordentlich ausgefüllt. Dann wieder zurück zur Douane und wir bekommen unsere Inward clearence. Hier finden wir auch einen Begleiter der uns auf dem Markt außerhalb des Containerhafens hilft Geld zu wechseln und eine Sim-Karte mit Internet zu kaufen.
Dann rudern wir schnell zurück zur Say Yes und sind froh das Hafengebiet wieder verlassen zu können.
Am nächsten Tag fahren wir in ein paar Stunden einen Seitenarm rauf zur Lamin Lodge. Dieses Restaurant ist vor ca. 30 Jahren von einem Deutschen, Peter Losens gebaut. Seine jüngere schwarze Frau lebt noch immer von den Erträgen. Er selbst lebt nicht mehr. Ein sehr imposantes Gebäude auf Pfählen mitten in den Mangroven, wo man sehr gut essen kann. Meistens spielt eine kleine Band afrikanische Musik. Es herrschte eine tolle Atmosphäre. Hier arbeiten zahlreiche Leute, die uns gerne mit allem helfen. Ohne einen schwarzen Begleiter ist es für einen Weißen wohl auch sehr schwierig hier. Wir mussten uns allerding daran gewöhnen, dass wenn man um 8 Uhr morgens mit einem Taxi zum Einkaufen fahren will, es so mal zwei Tage später so gegen Abend wird. Das nennt man GMT (Gambia Maybe Time)!
Dann sind Axel und ich krank geworden und wir konnten das Land nicht weiter erkunden. Das finden wir sehr schade, und wollen gerne nochmal zurück nach Gambia, auch sind die Menschen hier sehr arm.
Nach der offiziellen Prozedur im Hafen machen wir uns dann auf den Weg nach Mindelo auf den Kapverdischen Inseln, wo es eine sehr gute Gesundheitsversorgung gibt.
Lamin Lodge











